Posts mit dem Label Tagung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Tagung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 21. September 2021

BFRB Tage 2.+3.10.: Von Z wie zupfen bis A wie aufhören

Hallo ihr Lieben!

Endlich ist es soweit: Das Programm für die BFRB Tage am 2. und 3. Oktober steht!

Wir haben wieder hochkarätige Referentinnen für euch: 

  • Betroffene, die euch verstehen und ihre Erfahrungen mit Selbsthilfe teilen.
  • Therapeutinnen, die Therapieansätze vorstellen - auch zum Mitmachen und Testen!
  • Forscherinnen, die über neue Vorhaben und Erkenntnisse berichten. 
Logo der BFRB Tage             

Denn wie ihr wisst, sind BFRBs - also Skin Picking, Trichotillomanie und Co. - noch viel zu unbekannt und unerforscht. Das wollen wir ändern, denn wir brauchen mehr gezielte, wirksame Therepieangebote!

Was bringt dir diese Online-Tagung?

  • Wenn du Therapeut*in bist, kannst du dich auf dieser Tagung hervorragend zum Thema fortbilden.
  • Als Betroffene*r erfährst du hier sehr konkret, was du gegen BFRBs tun kannst und findest Rückhalt in der Gemeinschaft.
  • Und als Forscher*in kannst du dich hier fachlich mit Kolleginnen austauschen.

Meldet euch schnell an - das ganze Wochenende kostet nur 22,49 Euro! 

Als technische Plattform haben wir übrigens Zoom gewählt. Du erhältst nach der Anmeldung einen Link zum Einwählen, und schon kann es losgehen. Kein eigenes Zoom-Konto erforderlich.

Hier mehr Infos und Anmeldung 👉 www.skin-picking.de

Freitag, 10. April 2020

Skypen gegen Stubenkoller, Tagung wird verschoben

Ihr Lieben,

in den vergangenen zwei Wochen haben wir immer montags geskypt, weil Corona-bedingt keine Selbsthilfegruppen-Treffen stattfinden konnten. Das machen wir auch am Ostermontag - und ihr seid herzlich eingeladen! Mehr Infos unten.

Inhalt:

  1. Nächstes Skype-Treffen: Montag, 13. April, 19 Uhr
  2. Skin Picking und Trichotillomanie Tage werden verschoben
  3. Kostenloses TLC-Webinar: Knibbeldrang wegschmelzen
  4. Weitere Treff-Termine

----

zu 1. Nächstes Skype-Treffen: Montag, 13. April, 19 Uhr


Wegen Corona kann sich die Selbsthilfegruppe Köln derzeit leider nicht treffen. Wir hoffen, dass es ab dem 20. April wieder möglich sein wird. Aber bis es soweit ist, bleibt uns die Möglichkeit des Videochats.

Wenn du dabei sein willst, schicke mir bis spätestens 18.30 Uhr am Montag deinen Skype-Namen und die E-Mail-Adresse, die du auf Skype benutzt, und logge dich eine Viertelstunde vorher in Skype ein. Dann schicke ich dir eine Einladung zum Gespräch 😀
Meine E-Mail-Adresse: dermatillomanie(at)gmx(punkt)de.

Auch wenn du woanders wohnst, wo es vielleicht keine Selbsthilfegruppe gibt, darfst du gern teilnehmen. Ich freue mich auf dich!

zu 2. Skin Picking und Trichotillomanie Tage werden verschoben


Traurig, aber wahr: Wegen Corona sagen wir die Skin Picking und Trichotillomanie Tage ab, die eigentlich am 17. und 18. Oktober dieses Jahres stattfinden sollten. Es ist derzeit nicht absehbar, wie sich die Pandemie entwickelt. Deshalb verschieben wir die Tagung um ein Jahr, voraussichtlich in den Oktober 2021. Bis dahin ist mit ziemlicher Sicherheit ein Impfstoff gefunden. Den genauen Termin erfahrt ihr natürlich, sobald er feststeht.

zu 3. Kostenloses TLC-Webinar: Knibbeldrang wegschmelzen


Da  wir derzeit alle zuhause sitzen, erleben Webinare Hochkonjunktur. Das großartige Trichotillomania Learning Center (TLC), eine gemeinnützige Organisation
aus den USA, hat das erkannt und bietet ein kostenloses vierteiliges Webinar an. Start ist am 18. April. Wer mitmachen will, muss sich bei Zoom anmelden und natürlich Englisch verstehen. Achtung: Es gibt nur 100 freie Plätze.

Bild: TLC, https://www.bfrb.org/find-help-support/events/event/117

Hier mehr Infos dazu vom TLC: 
If your urges have been louder and more intense while you’ve been home, YOU AREN’T ALONE! This series was made just for you. In this FREE 4-part webinar series, Dr. Christy will teach you the 4 steps she uses every day, both for herself and with her patients, to systematically work through urges. This will be a fun, interactive series and you’ll learn a powerful tool each week that you can immediately put to use to find more peace in your mind, your body, and your hands. Each week builds upon the last, so attendance at all 4 sessions is ideal, but they will be recorded so jump in whenever you’re free! There are only 100 tickets available - register now to save your spot!

Und der Link zum Webinar: https://www.bfrb.org/find-help-support/events/event/117

zu 4. Weitere Treff-Termine


Wenn Corona es erlaubt, treffen wir uns wieder am:

20.4., 18.5. und 15.6., 19 Uhr
Ort: gesundheitsladen Köln, Nußbaumerstr. 46.

Wenn die Kontaktbeschränkungen bleiben, machen wir mit unseren wöchentlichen Skype-Treffen weiter, immer montags 19 Uhr:

20.4., 27.4., 4.5., 11.5., 18.5.

Bleibt gesund und zuversichtlich 💕
Ingrid

Montag, 14. Mai 2018

Hautarzt, oh weh! - und weitere Mai-News

Ihr Lieben!

Schon in fünf Monaten geht unsere Skin Picking und Trichotillomanie Tagung über die Bühne - mit vielen aufschlussreichen Vorträgen und Workshops für Betroffene und Therapeut*innen. Notiert euch schon mal den Termin, damit ihr dabeisein könnt: 13. und 14. Oktober 2018. Weitere Infos folgen unten.

Aber jetzt erst einmal der Inhalt:
  1. Unser nächstes Treffen
  2. Besuch beim Hautarzt - so typisch!
  3. Skin Picking und Trichotillomanie Tage
  4. Weitere Treff-Termine

Zu 1.: Unser nächstes Treffen


Wir treffen uns wieder am
Montag, 21. Mai, 19 Uhr, im gesundheitsladen Köln, Steinkopfstr. 2.
Bitte den Ladeneingang benutzen, danke!

Der gesundheitsladen ist mit den Öffentlichen leicht erreichbar: In der Nähe sind die Haltestellen Bahnhof Mülheim (Bahn, S-Bahn, U-Bahn) sowie Wiener Platz (U-Bahn, Bus).

Bild: Geralt, CC0
Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe sind alle von Skin Picking und Trichotillomanie oder einen anderen BFRB Betroffenen sowie als Begleiter ein*e Freund*in oder Familienmitglied.

Zu 2.: Besuch beim Hautarzt - so typisch!


Ausnahmsweise werde ich an dieser Stelle einmal persönlich, um eine Erfahrung zu schildern, die sehr viele von uns machen müssen. Ich spreche von arroganter Behandlung durch den Hautarzt. Wer sich als Skin-Picking-Betroffene*r überwindet und trotz aller Schamgefühle den Hautarzt aufsucht, hat allein schon dafür einen Orden verdient. Aber leider vertieft die Art, wie Hautärzte Skin Picker behandeln, diese Scham nur noch. Das gilt natürlich nicht für alle Vertreter des Gewerbes, aber für die deutliche Mehrheit (zumindest gefühlt - Zahlen gibt es dazu natürlich nicht).

Bild: mohamed_hasan, CC0
Der Kölner Hautarzt, mit dem ich es zu tun hatte, war sogar noch relativ offen: Er servierte mir beispielsweise nicht den Standardspruch, ich sollte doch einfach die Finger aus dem Gesicht lassen. Aber viel hätte nicht mehr gefehlt.

Grund für meinen Besuch war eine Hautveränderung, die nichts mit Skin Picking zu tun hatte.
Wenn du schon hingehst, nimm ein paar Flyer der Selbsthilfegruppe mit, überlegte ich, und schmink dich nicht - mal sehen, ob er dich auf die Wunden anspricht! Denn aus Berichten wusste ich: Viele Hautärzte ignorieren einfach, was sie sehen.

Die Hautveränderung erwies sich als harmlos. Erst ganz zum Schluss sprach hat der Arzt mich doch noch auf die Wunden an, aber im Zusammenhang mit kleinen Knubbeln am Kinn.
"Sie piddeln ja selbst an Ihrer Haut, da ist es kein Wunder, dass Sie diese Knubbel haben", meinte er. Die Knubbelchen hatten nichts mit meinen Skin Picking-Wunden zu tun, weil ich sie gar nicht "bearbeit" hatte - also Blödsinn, was er da erzählte. Dennoch ergriff ich die Gelegenheit und sagte, dass ich unter Skin Picking leide.
"Was ist denn das?", fragte er, "davon habe ich noch nie was etwas gehört." Der Mann sah aus wie knapp 60 - sein Medizinstudium musste entsprechend lange her sein.

Ich erklärte, dass es sich um eine psychische Erkrankung handele und dass Betroffene nicht aufhören können, die eigene Haut zu drücken und quetschen.
"Ach so", sagte er, "Das kenne ich. Wenn ich solche Patienten habe, schicke ich sie zum Psychologen oder sie sollen eine Entspannungstechnik lernen." Dazu nickte ich: Besser, der Hautarzt schickt die Patienten weiter zu einer psychologischen Behandlung, als dass er sie mit irgendwelchen Cremes und Salben abspeist.
Dann erzählte ich dem Arzt, dass ich die Leiterin der Selbsthilfegruppe Skin Picking sei und dass ich einige Flyer mitgebracht hätte - ob er die im Wartezimmer auslegen würde? Er war sofort einverstanden. "Von Ihren Flyern kann ich hier jeden Tag mehrere verteilen."

(Nebenbemerkung: Eine bessere Bestätigung dafür, dass Skin Picking weit verbreitet ist, kann es gar nicht geben. Geht man von 50 Patienten pro Tag und mindestens zwei Skin Picking-Fällen aus, dann macht das vier Prozent Skin Picker. Ganz abgesehen von denen, die sich zu sehr schämen, um zum Arzt zu gehen!)

Dann meinte er plötzlich:
"Sie sind aber ein schlechtes Vorbild für die Selbsthilfegruppe, wenn Sie nicht geheilt sind, Frau Bäumer!" Ich dachte, ich höre nicht richtig! Mir fielen so viele Gründe ein, warum das nicht stimmt. Erstens: Man ist nie ganz von Skin Picking "geheilt". In Krisensituationen, wie ich sie in der letzten Zeit durchlebt habe, taucht es wieder auf. Zweitens: In der Selbsthilfegruppe gibt es keinen "Guru", der Anderen den erleuchteten Weg weist. Es geht um gegenseitige Hilfe. Der Weg ist das Ziel. Drittens: Was weiß der schon von mir? In Ermangelung einer schlagfertigen Antwort sagte ich nur:
"Ich war ja auch so gut wie geheilt, bis mein Mann gestorben ist. Da ist es wiedergekommen und bis jetzt nicht wieder verschwunden."
Was sagte er darauf? Nichts! Nicht einmal "herzliches Beileid" oder so. Kalt bis ins Mark.

Stattdessen riet mir der Herr Doktor allen Ernstes:
"Sie müssen sich aber schminken!" Ach nee! Schminken? Geniale Idee! Darauf wäre ich ja von alleine nie gekommen! Und überhaupt, was haben Sie hier über mich zu bestimmen, Sie alter ... äh ... Weißkittel? Ob ich mich schminke oder nicht, ist immer noch meine eigene Entscheidung! Wiederum sagte ich nicht alles, was ich dachte - frau ist ja so verdammt gut erzogen -, sondern nur: "Ich habe mich extra nicht geschminkt, damit Sie es sehen."

Unnötig zu erwähnen, dass ich diesen Arzt nie wieder aufsuchen werde. Auch wenn er keiner der ganz Fürchterlichen war.

So, der Bericht musste in dieser Ausführlichkeit sein, damit ihr das Gespräch richtig einordnen könnt. Ich werde den Namen dieses Arztes öffentlich nicht nennen, wohl aber im passwortgeschützten Onlineforum und in der Facebook-Gruppe "Dermatillomanie (German)". Vielleicht habt ihr auch schon verletzende Erfahrungen beim Hautarzt gemacht. Oder vielleicht sogar gute - umso wichtiger, dass ihr sie nicht für euch behaltet!

Ich fordere euch herzlich dazu auf, eure Erlebnisse - gute wie schlechte - online zu teilen. So ersparen wir zusammen anderen Betroffenen unnötiges Leid und fördern Ärzte, die es wert sind.

zu 3. Skin Picking und Trichotillomanie Tage: erste Dozenten-Zusagen!


Ich freue mich sehr, dass für die Kölner Skin Picking und Trichotillomanie Tage die ersten Zusagen von Dozentinnen eingetroffen sind!

Mit dabei sind unter anderem diese Themen:

- Kunst als Therapie bei Skin Picking, Vortrag und Workshop mit Liz Atkin aus UK
- Skin Picking und Ess-Störungen, Vortrag von Dr. Jennifer Schmidt, Uni Wuppertal
- Hypnotherapie bei Skin Picking, Vortrag mit Workshop-Charakter von Ingrid Marondel, Heilpraktikerin für Psychotherapie
- Zweithaar-Modenschau mit Vortrag von Vera Rieswick, Team Rieswick
- Trichotillomanie - Ursachen, Erscheinungsformen und Therapie, Vortrag von Antonia Peters, Infostelle Trichotillomanie und DGZ-Vorsitzende
- Akzeptanz- und Commitmenttherapie, Vortrag von Psychotherapeutin Johanna Schriefer

Und das ist nur ein kurzer Auszug aus unserem zirka 20 Veranstaltungen umfassenden Programm! Jetzt kommen mehr und mehr Zusagen zusammen.

Für wen ist die Veranstaltung gedacht? 

Vor allem für uns: von Skin Picking und Trichotillomanie Betroffene. Außerdem auch für Therapeut*innen, die über den Tellerrand schauen und ihren Klienten neue, wirksame Angebote machen möchten. Damit möglichst viele kommen können, werden wir die Teilnahmegebühr sehr gering halten. Möglich wird das dank der Unterstützung der mhplus.

Wir hoffen, dass die Website im Juni online geht. Dort findet ihr dann noch mehr Informationen. Aber wenn ihr den Newsletter lest, werdet ihr es nicht verpassen, das garantiere ich! 😉

Zu 4. Weitere Treff-Termine

Wir treffen uns immer am dritten Montag eines Monats um 19 Uhr. Die nächsten Termine sind:

18. Juni, 16. Juli, 20. August.

So, und nun eine angenehme Frühlingszeit - oder bis nächsten Montag beim Gruppentreffen! 🙋

Sonntag, 8. April 2018

Neue Studien zu Skin Picking - Teilnehmer gesucht!

Einen schönen guten Tag zum Newsletter der Selbsthilfegruppe Skin Picking Köln!

Es gibt immer noch ziemlich wenig Forschung zu Skin Picking, aber das ändert sich gerade und wird sich hoffentlich noch sehr viel mehr ändern.

Dafür sorgen engagierte Forscher*innen wie Dr. Jennifer Schmidt von der Uni Wuppertal, die aktuell Teilnehmer für zwei neue Studien sucht. Mehr dazu weiter unten.

Hier erst einmal der Inhalt:

  1. Das nächste Treffen der Selbsthilfegruppe
  2. Teilnehmer gesucht für zwei Studien von Dr. Jennifer Schmidt
  3. Update: Skin Picking und Trichotillomanie Tage 2018
  4. Weitere Treff-Termine
-----

  • Zu 1. Das nächste Treffen unserer Selbsthilfegruppe


Wir treffen uns wieder am Montag, 16. April, 19 Uhr im Gesundheitsladen Köln, Steinkopfstr. 2. Leicht erreichbar per ÖPNV: einfach Haltestelle Wiener Platz oder Bahnhof Mülheim aussteigen und fünf Minuten zu Fuß die Frankfurter Straße entlang.

Eingeladen sind alle von Skin Picking oder anderen BFRBs wie beispielsweise Trichotillomanie Betroffenen.

  • Zu 2. Teilnehmer*innen für Studien gesucht!

Wir hatten es ja schon angekündigt: Dr. Jennifer Schmidt von der Uni Wuppertal startet jetzt mit zwei neuen Studien zu Skin Picking. Sie freut sich über zahlreiche Teilnehmer*innen!

Schnell gemacht: die Online-Befragung
Hier mehr Infos dazu von ihr:

"Liebe Forschungsinteressierte,

an der Bergischen Universität Wuppertal führen wir am Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie aktuell eine Online-Studie zu Skin Picking durch. Hier möchten wir Zusammenhänge zwischen Skin Picking, aussehensbezogenen Sorgen und Erfahrungen und dem psychischen Wohlbefinden feststellen.

Die Teilnahme ist natürlich anonym und dauert ca. 30 Minuten. Als Dankeschön verlosen wir zehn Amazon-Gutscheine im Wert von je 10 Euro. Jeder ausgefüllte Fragebogen hilft uns, die bestehenden Forschungslücken zum Skin Picking zu schließen. Deshalb danken wir jedem ganz herzlich für die Teilnahme!
Link: https://www.soscisurvey.de/HautPsycheSP/

Auch unser Laborexperiment steht nun und auch hierfür suchen wir Teilnehmer. Es geht um die Messung der Gehirnströme mit einer speziellen EEG-Kappe bei der Betrachtung und dem Befühlen verschiedener Hautreize. Es tut nichts weh und wir erfassen nur die Signale, die der Körper selbst produziert. Das Experiment dauert ca. 60-90 Minuten und findet in unserem Labor an der Uni Wuppertal statt. Es gibt 15 Euro Aufwandsentschädigung für die Teilnahme.

Um die interessierten Teilnehmer zu koordinieren, haben wir auch 
hierfür einen Anmelde-Link: https://www.soscisurvey.de/EEGSkinPicking/

Viele Grüße,
Dr. Jennifer Schmidt"

  • Zu 3. Ort für die SP + Trich Tage gefunden!


Wir freuen uns, endlich einen Ort für unsere Skin Picking und Trichotillomanie Tage gefunden zu haben: das Bürgerhaus Kalk! An der Kalk-Mülheimer Straße 58 in Köln mieten wir den Großen Saal und das Foyer. Die Räumlichkeiten sind fast schon ideal für uns. Hier mehr dazu:
http://www.buergerhauskalk.de/vermietung/grosser-saal/

Wie ihr vielleicht schon wisst, sind die Skin Picking und Trichotillomanie Tage vor allem für Betroffene gedacht. Aktuell liegt der Förderantrag bei der Krankenkasse mhplus. Wird er genehmigt, ist das das Go für zwei Tage voller Informationen, Workshops und Gemeinschaftsgefühl! Haltet euch das Wochenende des 13. und 14. Oktober bitte frei - die Teilnahme wird nur 20 Euro pro Person kosten!

Unter diesem Link findet ihr unser Exposé und erfahrt, welche Vorträge und Workshops wir geplant haben:
https://www.skin-picking.de/downloads/expos%C3%A9-sp-tt/

Allerdings können sich Einzelheiten noch ändern, also: Alle Angaben ohne Gewähr! 😉

  • Zu 4. Weitere Treff-Termine

Die Selbsthilfegruppe Skin Picking Köln trifft sich immer am dritten Montag eines Monats um 19 Uhr. Die nächsten Termine sind:

21. Mai, 18. Juni, 16. Juli.

Liebe Grüße und bis bald! 🙋

Montag, 8. Januar 2018

Auf geht's ins Tagungs-Jahr!

Hallo ihr Lieben alle,

2018 wird unser Tagungs-Jahr. Der Termin für die Skin Picking und Trichotillomanie Tage steht schon fest (13.+14.10.). Unser Wunschprogramm haben wir auch schon weitgehend im Blick. Es wird ein Mix aus Fachvorträgen und Workshops, der sich an Betroffene und Therapeuten richtet.

Jetzt sind "nur noch" organisatorische Dinge und die Finanzen zu regeln ... Unser kleines Orga-Team freut sich über Unterstützung. Mag noch eine/r dabei sein? Jede kleine Hilfe ist sehr willkommen! Es geht um solche Dinge wie Übersetzungen aus dem Englischen, Unterstützung beim Texten der Programmbroschüre oder vor Ort mithelfen, wenn die Tage stattfinden.

Wer mithelfen möchte, melde sich bitte über dermatillomanie(at)gmx(dot)de. Dankeschön!

Aber jetzt zum Inhalt:
  1. Das nächste Treffen der Selbsthilfegruppe
  2. Mit Spannung erwartet: "Embracing Dermatillomania"
  3. Alternative Therapien für Skin Picking
  4. Weitere Treff-Termine

Zu 1. Das nächste Treffen unserer Selbsthilfegruppe ist am


Montag, 15. Januar, 19 Uhr, im Gesundheitsladen Köln (Steinkopfstraße 2). Leicht zu erreichen mit der U-Bahn oder der S-Bahn (Haltestelle Bahnhof Mülheim, von dort ca. fünf Minuten Fußweg).

Alle, die an Skin Picking, Trichotillomanie oder einem ähnlichen Verhalten, zum Beispiel Nägel beißen leiden, sind herzlich willkommen ❤️

Zu 2. Mit Spannung erwartet: "Embracing Dermatillomania"


Viele von euch kennen bestimmt Angela Hartlin, die Kanadierin, die sich im Jahr 2008 erstmals als Betroffene von Skin Picking an die Öffentlichkeit gewagt hat. Damals veröffentlichte sie ihr Tagebuch "Forever Marked: A Dermatillomania Diary". Darin schildert sie ausdrücklich und mit passender Düsternis, wie es sich anfühlt, von Skin Picking betroffen zu sein und nicht zu wissen, ob man jemals geheilt sein wird.

Angela Hartlin - Bild: http://www.skinpickingsupport.com/about/angela-hartlin/

Jetzt, acht Jahre später, soll endlich der Nachfolger erscheinen: "Embracing Dermatillomania: My Skin Picking Recovery". Eine persönliche Gesundungs-Erfahrung, ergänzt durch praktische Tipps der Therapeutin Karen Pickett.

Ich bin wahnsinnig gespannt auf das Buch, wird es doch erstmals die Heilung einer Betroffenen schildern. Es sollte eigentlich schon Ende 2016 erscheinen, aber Angela Hartlin hatte noch mit anderen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Sicherlich werde ich zu den ersten gehören, die das Buch bestellen! 😃

Wer lieber auf Deutsch liest, dem empfehle ich unser Buch "In meiner Haut - Leben mit Skin Picking". Darin beschreibt Psychotherapeutin Barbara Schubert, die ehemals auch unter Skin Picking litt, ihre persönliche Geschichte. Und in einem weiteren Kapitel ihre Therapiearbeit mit Skin Pickern. Das ist zwar nicht das selbe, aber mindestens genauso aufschlussreich - neben all den anderen Dingen, die in dem Buch noch zu finden sind. Zum Beispiel die Antwort auf die Frage: Wie gründe ich eine Selbsthilfegruppe?

zu 3. Alternative Therapien für Skin Picking


Es muss nicht immer Verhaltenstherapie sein. Hast du es schon einmal mit Yoga, Biofeedback, Akupunktur oder Hypnose versucht? Dieser Blogartikel gibt einen kurzen Überblick über verschiedene alternative Heilmethoden und berichtet über den jeweiligen Forschungsstand: https://www.skinpick.com/alternative-therapies-research-update.

4. Weitere Treff-Termine


Bitte schon einmal im Kalender vormerken! Wir treffen uns an jedem dritten Montag eines Monats, das heißt am 19. Februar und am 19. März, jeweils um 19 Uhr. 

Montag, 12. Oktober 2015

Zwang oder nicht? / Fünfjähriges der Selbsthilfegruppe

Skin Picking Newsletter Oktober 2015


Hallo zusammen!


  1. Unser nächstes Treffen – diesmal mit Bloggerin Jacqueline
  2. Viel über  Zwang, wenig zu Skin Picking: Rückblick DGZ-Tagung
  3. Vorschau: im November feiern wir Fünfjähriges!
  4. Weitere Treff-Termine

1. Unser nächstes Treffen - diesmal mit Bloggerin Jacqueline

Jacqueline, inzwischen gerade 18 geworden, ist die Heldin des wahrscheinlich ersten deutschen Fernsehbeitrags über Skin Picking, der Mitte August dieses Jahres gesendet wurde. Die Bloggerin sprach in dem RTL-Film ganz offen über ihre Hautprobleme und was sie dagegen tut.
Ein Foto von Jacqueline im September. Link zum Blog: http://bit.ly/1VO09AC
Nun kommt Jacqueline zu uns in die Selbsthilfegruppe, um zu berichten: Wie ist es ihr seither ergangen? Wie war das, vor der Kamera zu stehen? Wie haben ihre Familie, Freunde und Mitschüler reagiert? Und: Hilft ihr es ihr gegen Skin Picking, in der Öffentlichkeit zu stehen?

Ich bin gespannt und freue mich sehr auf ihren Besuch!

Termin unseres nächsten Treffens: 
Montag, 19.10.2015, 19 Uhr.
Ort: "gesundheitsladen", Venloer Straße 46, Erdgeschoss

Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln: Straßenbahn Haltestelle Hans-Böckler-Platz, S-Bahn Haltestelle Köln-West.
Ganz herzlich willkommen sind wie immer alle, die unter Skin Picking (Dermatillomanie, Acné Excoriée) leiden und alle, die unter Trichtotillomanie (krankhaftes Haare ausreißen) leiden! Außerdem auch Angehörige und Lebenspartner. 

2. Viel über Zwang, wenig zu Skin Picking: Rückblick DGZ-Tagung 

Ende September waren ich und A. auf der Tagung der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen (DGZ) in Prien am Chiemsee. Es war eine intensive Zeit mit vielen Erkenntnissen. Und da ich schon zum zweiten Mal auf der Tagung war, für mich auch ein freudiges Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern.

Einziger Wermutstropfen: Die Tagung kreiste diesmal ausschließlich um Zwänge. Und diese sind nur sehr bedingt mit einer Zwangsspektrumsstörung wie Skin Picking vergleichbar. Zwar ist das Knibbeln und Kratzen an der Haut vom Gefühl her schon ziemlich zwanghaft. Aber es gibt große Unterschiede. 

Beispielsweise gilt als „Goldstandard“ der Therapie von Zwängen die Exposition. Diese Methode wird aber bei Skin Picking sehr selten angewandt. Und so haben wir viel erfahren darüber, wie man Zwänge behandeln kann - aber nicht, wie man Skin Picking angeht.
Mann, ist das schon hoch! Ich beim Üben in der Boulder-Halle.

Dennoch war die Tagung für uns sehr aufschlussreich: So habe ich bei einem Praxisworkshop „therapeutisches Klettern“ gelernt, wo genau die Unterschiede zwischen Skin Pickern und Zwangskranken liegen. Denn während wir Skin Picker beim Besuch eines Kletterparks wahrscheinlich vor allem Sorge darum hätten, dass jemand den Zustand unserer Haut bemerkt, sich ekelt und gemeine Sprüche bringt, stehen Zwangskranke ganz andere Ängste durch. 

Für Menschen mit Reinlichkeitszwängen wäre es beispielsweise fast schon ein unüberwindliches Hindernis, im Kletterpark die Knubbel an der Wand zufassen. Denn wer hat die nicht alles auch schon berührt?!!? Wahrscheinlich jemand mit AIDS oder einer anderen ansteckenden Krankheit … Sich solchen Ängsten zu stellen und sie allmählich zu überwinden, ist Ziel der Klettertherapie. Skin Picker ohne Zwangserkrankung können das nur schwer nachempfinden.

Dennoch ist therapeutisches Klettern auf jeden Fall gut für beide Gruppen: Man lernt zum Beispiel, anderen zu vertrauen, denn ein Partner sichert einen beim Aufstieg per Seil. Und man erkennt, wie wichtig es ist, den eigenen Körper und die eigenen Grenzen einzuschätzen. Eine tolle Sache!

Letztlich haben wir den meisten Gewinn aus dem Netzwerken gezogen, das am Rande des Treffens stattfand. Nun hoffen und erwarten wir, dass bei der nächsten DGZ-Tagung Zwangsspektrumsstörungen wie Skin Picking und Trichotillomanie wieder deutlich mehr zum Thema werden!

3. Vorschau: Fünfjähriges unserer Gruppe! 

Ihr Lieben, bald gibt es unsere Selbsthilfegruppe fünf Jahre. Kaum zu fassen! Ich freue mich riesig! Am Montag, 16. November, ist es so weit!

Zur Feier des ersten Jubiläums wollen wir uns ein schönes Essen gönnen – und deshalb jetzt die Frage an euch: Möchtet ihr auswärts dinieren, das heißt, einen Tisch im Restaurant buchen? Wenn ja, schickt mir bitte eine Mail (dermatillomanie@gmx.de) mit dem Text „essen gehen“ und, wenn ihr mögt, einen Restaurant-Vorschlag. 

Oder möchtet ihr lieber lauschig im gesundheitsladen futtern – in diesem Fall müsste jede/r selbst etwas zu essen und trinken zum Buffet beisteuern. Dann schickt mir bitte eine Mail an obige Adresse mit dem Text „lauschig futtern“ und einem Vorschlag, was ihr mitbringen wollt.


4. Weitere Treff-Termine


Immer am dritten Montag eines Monats um 19 Uhr.

Also: 16. November, 21. Dezember, 18. Januar




Das war's schon wieder! :D

Liebe Grüße vom Krätzchen!

Montag, 10. August 2015

Fernseh-Beitrag sendebereit, Brainstorming Buchtitel, Ernährung und Haut: Skin-Picking-News August

Hallo zusammen!

Inhalt: 

1. Unser nächstes Treffen: 
2. Fernseh-Beitrag sendebereit
3. Brainstorming Buchtitel
4. Vortrag: Ernährung und Haut im September
5. Vorschau: DGZ-Tagung, 20 Jahre DGZ
5. Weitere Treff-Termine

 

1. Das nächste Treffen unserer Selbshilfegruppe Skin Picking Köln

ist am 
Montag, 17. August 2015
um 19 Uhr.
Ort: "gesundheitsladen", Venloer Straße 46

Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln: Straßenbahn Haltestelle Hans-Böckler-Platz. S-Bahn Haltestelle  Köln-West.

Ganz herzlich willkommen sind wie immer alle, die unter Skin Picking (Dermatillomanie, Acné Excoriée) leiden und alle, die unter Trichtotillomanie (krankhaftes Haare ausreißen) leiden! Außerdem auch Angehörige und Lebenspartner.

 

2. Fernseh-Beitrag ist sendebereit

Wie berichtet, hat letztens ein Fernseh-Team im Auftrag von "RTL Punkt 12" bei uns gedreht. Es war ein aufregender Tag, ich habe nachher noch ein paar Mal mit der Redakteurin telefoniert, um Bildrechte abzuklären und letzte Fragen zu beantworten. 

Jacqueline beim Dreh vor ein paar Wochen - Bild: Seema Media
Nun liegt der Beitrag fertig produziert vor und kann jeden Tag gesendet werden! 
Die Redakteurin hat mir versprochen, dass sie mich einen Tag vor dem Sendetermin informiert, ich leite euch die Info natürlich über Newsletter und Social Media weiter. 

Bleibt nur zu hoffen, dass das Stück bald gezeigt wird, denn es war brüllend heiß am Drehtag. Deshalb trugen wir (soweit für den Einzelnen möglich) dünne und kurze Klamotten. Das sähe komisch aus bei einem Sendetermin im Herbst oder Winter ... ;)

 

3. Brainstorming: ein Titel für unser Buch!

Ihr Lieben! Wie ihr vielleicht schon wisst, arbeite ich zusammen mit anderen Autoren seit über einem Jahr an einem Buch über Skin Picking. Von Betroffenen - für Betroffene! Mir liegen schon viele wunderschöne Geschichten und Bilder vor. 

Was aber noch fehlt, ist: ein knackiger Titel! Ein vergleichbares Buch auf Englisch heißt zum Beispiel: "Projekt Dermatillomania: The Stories Behind Our Scars", ein Super-Titel (übrigens sehr empfehlenswert!). Aber einfach den Namen klauen wäre unfein, oder? 

Ein Vorbild, das es hier zu bestellen gibt: http://www.blurb.de/b/5126510-project-dermatillomania
Deshalb meine Bitte an euch: Wenn ihr eine Titel-Idee habt, immer her damit. Auch halbgute und viertelgute Geistesblitze sind willkommen! Beim nächsten Treff der SHG kann ich sie mit ins Brainstorming nehmen! Nutzt die Kommentarfunktion am Fuße dieses Blogposts oder schickt mir eine Mail an dermatillomanie(ät)gmx(punkt)de.
Vielen Dank schon mal! :D

 

4. Vortrag: Ernährung und Haut

Das könnt ihr jetzt schon in euren Kalendern abspeichern: Zum Selbsthilfegruppen-Treff im September (21.9., 19 Uhr, gesundheitsladen) habe ich Heilpraktikerin Sabine Kakizaki eingeladen. Die Kölnerin ist auf Ernährungsberatung nach der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) spezialisiert.

Sabine Kakizaki, Heilpraktikerin und Ernährungsberaterin. Bild: Praxis Kakizaki
Die TCM geht davon aus, dass bestimmte Hautkrankheiten auf körperliches und seelisches Ungleichgewicht hinweisen. Um das Gleichgewicht wieder herzustellen, kann man seine Ernährung umstellen. Das hat zugleich den erfreulichen Nebeneffekt, dass sich das Hautbild bessert. Soweit die Kurzfassung. Frau Kakizaki wird uns das Ganz anschaulich im Detail nahebringen.

Habt ihr schon Erfahrungen mit Ernährungsberatung und TCM gemacht? Dann freue ich mich auf euren Bericht! Für euch ist das alles Neuland? Auch dann seid ihr natürlich herzlich willkommen!

5. Vorschau: Fachtagung, 20 Jahre DGZ

Anna und ich fahren Ende September zur Tagung der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen (DGZ). Das ist ein Zusammentreffen von Betroffenen, Therapeuten und Wissenschaftlern und immer sehr anregend. Ich war schon im vergangenen Jahr dort und habe viele interessante Ideen für die Selbsthilfegruppe gewonnen (wie hier im Blog berichtet). Umso mehr freue ich mich, dass ich jetzt Unterstützung habe, denn vier Augen sehen mehr als zwei! ;)

Happy Birthday, DGZ!
In diesem Jahr ist die DGZ 20 Jahre alt geworden. Wir (die Selbsthilfegruppe) sind seit einem Jahr Mitglied und gratulieren ganz herzlich! 

 

6. Weitere Treff-Termine

In diesem Jahr treffen wir uns noch am:
21. September, 19. Oktober, 16. November und 21. Dezember, jeweils 19 Uhr.

So, das war's schon wieder! Einen schönen Spätsommer wünscht euch Ingrid <3

Montag, 9. März 2015

Skin Picking Newsletter März 2015

Hallo zusammen!

Hier gibt's wieder aktuelle Informationen von der Selbsthilfegruppe Skin Picking.

Inhalt:
1. Unser nächstes Treffen: 16. März - mit Vortrag!
2. Buchliste aktualisiert
3. Aktivistin Angela Hartlin im Fernsehen
4. Finanzielle Förderung dieses Jahr
5. Vlog von Jacqueline: "Ich akzeptiere das."
6. Weitere Vorträge in diesem Jahr
7. Weitere Treff-Termine

--
1. Unser nächstes Treffen - mit Vortrag!

Termin für unser nächstes Treffen: Montag, 16. März, 19 Uhr.

Diesmal haben wir einen Vortrag - alle sind herzlich eingeladen zum Zuhören, es ist kostenlos. Vortragende ist Ingrid Marondel, Hypnotherapeutin und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Sie wird berichten, welche Erfahrungen sie mit dem therapeutischen Einsatz von Hypnose bei Skin-Pickern gemacht hat.

Ich hoffe, die Plätze reichen - der Raum ist nicht besonders groß. Wird es zu eng, gehen wir nach "nebenan" (einfach dem Hinweiszettel folgen). Die Adresse: Venloer Straße 46, Erdgeschoss. Anfahrt mit den Öffentlichen: Aussteigen an der S-Bahn-Haltestelle Köln West oder der U-Bahn-Haltestelle Hans-Böckler-Platz.

--
2. Buchliste aktualisiert

Das war mal wieder nötig: Ich habe die Literaturliste auf skin-picking.de aktualisiert. Mit dabei ist jetzt auch dieses sehr empfehlenswerte auf Englisch:
 

http://www.skin-picking.de/buch-cd-tipps/bfrb-kbwv/
Buchtitel: What to Do When Bad Habits Take Hold

Es richtet sich eigentlich an Kinder, aber die vielen einfachen Übungen können auch Erwachsenen helfen, sich über ihr eigenes Verhalten klar zu werden und andere, bessere Verhaltensweisen an Stelle des Skin Pickings zu setzen.

--
3. Aktivistin Angela Hartlin im Fernsehen

Jeder Fernseh-Beitrag erhöht den Bekanntheitsgrad von Skin Picking - vor allem, wenn die kanatischen Vorkämpferin Angela Hartlin auftritt: Vorigen Freitag erschien ein sechseinhalbminütiges Special mit ihr in der populären amerikanischen Sendung "The Doctors".

https://www.youtube.com/watch?v=GS2KXkWv9jA
Zum Anschauen: Mitschnitt der Sendung auf Youtube.
Darin kommt auch eine Therapeutin zu Wort, die einen sehr wahren Satz sagt: "Wenn Betroffene keinen Therapeuten finden, der weiß, wie man mit Skin Picking umgeht, dann verlieren sie mit der Zeit die Hoffnung, irgendwann diese Störung zu besiegen." Je mehr Therapeuten wir haben, die bereit sind, sich Behandlungsmethoden gegen Skin Picking anzueignen, desto mehr Hoffnung für Betroffene.

--
4. Finanzielle Förderung in diesem Jahr

Bis Ende März müssen wir die Förder-Anträge an die Krankenkassen schicken, wenn wir in diesem Jahr noch spezielle Projekte vorhaben, die Geld kosten. Ich schlage vor:

- Zwei Mitglieder unserer Selbsthilfegruppe besuchen das Selbsthilfegruppen-Treffen der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen (DGZ). Es findet in diesem Jahr am 2. und 3. Mai in Hamburg statt, Gruppen aus ganz Deutschland lernen einander kennen und tauschen sich aus. Unsere Selbsthilfegruppe ist Mitglied in der DGZ (die Mitgliedschaft kostet übrigens 50 Euro im Jahr, dafür muss auch ein Förderantrag gestellt werden). Also: Zugfahrt, Unterkunft etc. wird sicherlich für zwei Personen auf ein paar hundert Euro hinauslaufen.
- Zwei Mitglieder unserer Selbsthilfegruppe besuchen die Tagung der DGZ zu Zwangserkrankungen und ähnlichen Störungen. Wir waren im vergangenen Herbst auf der Tagung (siehe Berichte in diesem Blog). Skin Picking und Trichotillomanie waren damals auch ein Thema und werden es in diesem Jahr noch mehr sein. Wir erhoffen uns viele neue Einsichten. Wahrscheinlich findet die Tagung im September im südlichen Bayern (Schön Klinik Roseneck) statt, kostet Tagungsgebühr und dauert drei Tage, so dass der Besuch dort noch teurer wird als das Selbsthilfegruppentreffen.
Wer Lust hat mitzufahren, meldet sich am besten jetzt schon bei mir!

Ich überschlage bis zum Treffen die Kosten und nehme gern weitere Projekt-Vorschläge von euch auf :)

--
5. Vlog von Jacqueline: "Ich akzeptiere das."

Die junge Bloggerin Jacqueline, die schon einen sehr persönlichen und spannenden Blog über ihr Leben mit Dermatillomanie betreibt, ist jetzt auch im Video zu sehen: Trotz Pickeln und aufgeknibbelten Stellen präsentiert sie sich ohne Scheu vor der Kamera.

Link zum Video: http://www.vidup.de/v/0wTT1/
"Es ist nur ein Teil von mir und ich akzeptiere das." Es gibt natürlich auch andere Tage voller Frust und Verzweiflung, berichtet Jacqueline in ihrem Blog. Toll, dass sie sich traut - so offen geht bisher kaum jemand im deutschsprachigen Raum mit Skin Picking um!

--
6. Weitere Vorträge in diesem Jahr - bitte vormerken!

Bereits zugesagt sind zwei weitere Vorträge:
- Montag, 20. April: "Welche Therapieformen eignen sich bei Skin Picking und wie finde ich möglichst stressfrei einen Therapieplatz?" - von Judith Dücomy, Psychotherapeutin.
- Montag, 21. September: "Der Einfluss der Ernährung auf die Haut aus Sicht der traditionellen chinesischen Medizin" - von Sabine Kakizaki, Heilpraktikerin und Ernährungsberaterin

Die Vorträge finden jeweils zu unseren regulären Gruppentreffen statt (19 Uhr, Venloer Straße 46). Da der Raum begrenzt ist, gilt: Wer rechtzeitig kommt, ist klar im Vorteil!

--
7. Weitere Treff-Termine zum Eintragen:

... immer am dritten Montag eines Monats, immer 19 Uhr:
20. April, 18. Mai, 15. Juni, 20. Juli, 17. August, 21. September, 19. Oktober, 16. November und 21. Dezember.

--
Liebe Grüße und einen schönen Frühlingsanfang! 
--
Permalink dieses Beitrags:
http://meine-haut.blogspot.com/2015/03/srchttpswf.html

Freitag, 24. Oktober 2014

Kampf am Frühstückstisch - Beziehungen im Zwang

Jeden Morgen schon ein Kampf am Frühstückstisch, so sah die Beziehung zwischen Frank und Katrin S. noch vor einigen Jahren aus. "Hast du dir die Hände gewaschen?", fragt Katrin, als er ihr das Kaffeemilch-Kännchen reicht. Die Frage hat Frank schon befürchtet, denn Katrin ist zwangskrank, sie hat Wasch-und Kontrollzwänge. Jetzt wähnt sie, auf Franks ungewaschener Hand würden sich gefährliche Bakterien tummeln. Mit dem Griff zum Milchkännchen, so ihre Zwangsgedanken, hat er das Porzellan kontaminiert. "Ich halte das nicht mehr lange aus!", explodiert Frank. "Du weißt, dass ich mir die Hände gewaschen habe. Ich wasch mir die Hände immer!" Doch es nützt nichts: Schon wieder entspinnt sich ein aufwendiges Reinigungsritual, das letztlich dazu führt, dass beide zu spät zur Arbeit kommen.

Katrin und Frank spielen im Workshop einen Beziehungsstreit vor. Bild: Ingrid Bäumer

Diesen Frühstücksterror spielt das junge Paar einem 18-köpfigen Publikum vor. Wir befinden uns in der Schön Klinik Bad Bramstedt, wo die Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen eine Fachtagung über Zwänge und Zwangsspektrumsstörungen abhält.** Frank und Katrin sind keine Therapeuten, sie waren jahrelang selbst betroffen: Katrin war lange zwangskrank, hat dies aber überwunden, unter anderem mit Hilfe einer stationären Therapie. Und Frank ist ihr langjähriger Partner, der trotz aller Belastungen immer zu ihr gehalten hat. Wie hält man es aus mit einem Menschen, der sich im Gefängnis des Zwangs befindet und der sogar seinen Partner in die verrücktesten "Zwangsvorschriften" einbezieht ?

Seit Skin Picking im DSM-5 erstmals als eigene Diagnose geführt wird, ist es eingegliedert in die Gruppe "Zwangserkrankungen und verwandte Störungen". Da ist es nur normal, Ähnlichkeiten zwischen Zwängen und Skin Picking zu suchen. Kann man Beziehungen zwischen "Gesunden" und Zwangskranken mit Beziehungen zwischen Gesunden und Skin Pickern vergleichen?

Sehr ähnlich sind sich Picker und Zwängler in dem, was sie sich von ihrem Partner wünschen, so ein Ergebnis des Seminars. "Keine dummen Sprüche", steht auf der langen Wunschliste. Und auch: "Verständnis, liebevoller Druck, keine Vorwürfe, geliebt werden, so wie ich bin."

Holger* hat magische Zwangsgedanken, die er auch ausagieren muss. So muss er aus Angst vor anderweitigen schlimmen Konsequenzen immer wieder einen Türrahmen berühren. Er hat mit seiner langjährigen Partnerin ausgemacht, dass sie ihm Zeit und Ruhe lässt, wenn sie sieht, dass er wieder zwängelt. "Sie erkennt an, dass es eine Krankheit ist", sagt Holger. "Wir haben beschlossen, dass sie mir bei meinen Zwängen nicht helfen kann - und ich will sie damit nicht belasten."

Doch wie soll diese saubere Abgrenzung funktionieren, wenn der Angehörige "nicht mitspielt"? Silke* berichtet von ihren Reinlichkeitszwängen: Was auf den Boden gefallen ist, das ist für sie kontaminiert. Sie kann es nicht mehr anfassen aus Angst, sich mit Krankheitserregern zu infizieren. Doch wenn ihr Freund sich morgens anzieht, lässt er achtlos den Schlafanzug auf den Boden fallen. "Schon oft habe ich ihm gesagt, er soll  ihn doch bitte über den Stuhl hängen", erzählt Silke. "Doch er ignoriert das einfach." Für die voll berufstätige Vierzigjährige heißt das: Noch mehr Zeit und Energie gehen drauf für aufwendige Dekontaminierungs-Rituale.

Natürlich, hakt Seminarleiterin Katrin ein, wünschen sich viele Betroffene, dass ihre Partner es ihnen nicht noch schwerer machen. Aber wenn die Partner einbezogen werden und sich dem Zwang gemäß verhalten, geben sie ihm damit neue Nahrung.

Ein Dilemma. Wo ist der Ausweg? Vielleicht dürfen die Wünsche, die ein Zwangskranker an den Partner richtet, nicht zu belastend sein, sollten aber zugleich eine große helfende Wirkung im Alltag haben. "Ziel sollte es sein, gemeinsame Absprachen zu treffen, mit denen sowohl der Betroffene als auch der Angehörige zufrieden ist", fasst Katrin zusammen. Wie bei diesem beispielhaften Deal: "Wenn du schon deine Bohrmaschine auf den Tisch legst, dann häng' doch bitte deinen Schlafanzug auf den Stuhl und schmeiß ihn nicht auf den Boden." 
Denkbar ist auch, eine Zwangshierarchie aufzustellen: Diese Zwänge sind so groß, dass ich noch nicht dagegen ankomme, doch an andere könnte ich mich mal herantrauen. "Offen miteinander reden, sich gegenseitig Freiräume geben, nicht auf verhärteten Standpunkten stehenbleiben", empfiehlt Katrin beiden Seiten. Und vor allem: "das Positive in der Beziehung nutzen, um den Zwang zu minimieren."

Was können Skin Picker aus diesem Seminar mitnehmen?


Bei allen Gemeinsamkeiten: Der größte Unterschied ist aus meiner Sicht, dass Skin Picker versuchen, ihr zwanghaftes Verhalten, das Bearbeiten der eigenen Haut, mit sich selbst auszumachen - schon allein aus Scham. Sie sind bemüht, die Folgen vor dem Partner zu verbergen, also die wunden, verletzten, geröteten Hautstellen. Während Zwangskranke manchmal auch eine strapazierte Haut haben, die beispielsweise wegen exzessiven Duschens extrem ausgetrocknet ist und in Placken abgezogen werden kann, ist es vor allem die Natur einiger Zwänge, die danach verlangt, sich auf das soziale Umfeld des Kranken auszudehnen. Zwar versuchen sie aus Scham, ihr Zwängeln vor dem Partner zu verbergen. Doch der Zwang ist oft wie ein hungriges Monster, das immer mehr Futter verlangt - und vom Partner ebenfalls ein ihm gemäßes Verhalten. Dagegen ziehen Skin Picker sich eher zurück - damit ihr Partner nicht die Folgen der Selbstmanipulation bemerkt. 

Doch nicht immer kann man sich schminken oder, wenn man nackt ist, das Licht ausmachen - so dass der Partner eines Skin Pickers vor allem damit leben muss, gelegentlich die Folgen der zwanghaften Haut-Manipulation zu sehen. Selten wird er Zeuge der tatsächlichen Handlung, und auch dann bleibt er Zuschauer, wird nicht aktiv einbezogen. Es sei denn, als Opfer des Knibbel-Drangs: Manche Picker haben das Verlangen, auch die Haut ihres Partners zu bearbeiten. Sie stürzen sich auf Pickel, Mitesser und alle anderen Unebenheiten beim Anderen. Das ist eine übergriffige Handlung, zumal wenn sich die Betroffenen vom ¨Nein¨ des Partners nicht abwimmeln lassen. Aber das sind eher seltene Fälle, während es bei der klassischen Zwangserkrankung die Norm zu sein scheint, dass der Partner in das Zwangssystem einbezogen wird.

 
Und so wäre es sicherlich auch keine Lösung für Picker, wenn sie ihr Knibbeln und Quetschen allein mit sich selbst ausmachen. Von ihrem Partner brauchen sie zumindest eine Gewissheit: dass sie auch mit ihren Macken geliebt werden. Und darin sind sie sich mit den Zwangskranken wieder einig. Oder, wie Holger es formuliert: "Was, wenn ich bis an mein Lebensende nicht von diesem Zwang freikomme? Das ist ganz wichtig zu klären: Kann mein Partner auch dann mit mir zusammen leben?"


* Name geändert
** Die Tagung fand vom 26. bis 27. September 2014 statt

Ich habe Katrin S. den Text zu lesen gegeben, da ich nur aus der Warte der von Skin Picking Betroffenen sprechen kann. Der Text enthält einige Aussagen über Zwänge, die nur meinen Eindruck wiedergeben, den ich aus dem Seminar mitgenommen habe. Darum hier Katrins Kommentar zu dem Text:

Es lässt sich so pauschal nicht sagen, dass die Partner/Angehörigen grundsätzlich mit ins Zwangssystem einbezogen werden. Auch hier gehören ja immer zwei dazu – der eine, der den Wunsch der Unterstützung äußert und derjenige, der diesem Wunsch nachkommt. Hier ist jeder für sein eigenes Handeln verantwortlich.

Eine lange Zeit machen auch Zwangsbetroffene alles mit sich allein aus, ebenfalls aus Scham. Schwierig wird es erst dann, wenn der Zwang zum einen nicht mehr zu verheimlichen ist (vergleichbar mit dem Sichtbarwerden von Skin Picking), zum Beispiel weil zu viele Zwänge auf einmal auftauchen oder der Zwang an sich zu stark ist, so dass er auch für andere offensichtlich wird.

Dann kann es sein, dass Partner/Angehörige um Unterstützung gebeten werden, weil es dem Betroffenen so scheint, als könne er das alles allein nicht mehr bewältigen. Die Unterstützung des Partners wird dann als Entlastung empfunden. Schwierig ist es ebenfalls, wenn gemeinsame Lebensbereiche betroffen sind – so beispielsweise, wenn Dinge des Anderen berührt werden und der Betroffene dieses nur schlecht oder gar nicht aushalten kann, weil sie für ihn gedanklich „kontaminiert“ sind.

Es gibt aber auch Zwänge, bei denen der Partner fast keine Unterstützung leisten kann, selbst, wenn er es wollte – so ist es beispielsweise bei Gedankenzwängen, bei denen keine sichtbare Handlung erfolgt, sondern allein die Zwangsgedanken gedanklich „bearbeitet“ werden müssen.
Ich weiß nicht, wie es beim Skin Picking ist – ist die eigentliche Handlung manchmal positiv besetzt (so wie es bei der Trichotillomanie manchmal ist)? Wenn es so ist, wäre dies wohl ein Unterscheidungsmerkmal: die Zwangsgedanken und -handlungen werden als quälend und belastend empfunden, das Gefühl der Erleichterung tritt erst ein, nachdem Gedanken und Handlungen durchgeführt und abgeschlossen wurden ... bis zum nächsten Zwangsgedanken.
Wichtig finde ich, dass beide Partner sich immer wieder ihrer eigenen Grenzen (auch Belastungsgrenzen) bewusst werden und diese auch ganz offen kommunizieren, um so zu gemeinsamen Absprachen zu gelangen. Du hast ja ebenfalls beschrieben, dass es eine klare Grenzüberschreitung ist, den Partner beim Picking einzubeziehen, selbst wenn dieser ein klares Nein geäußert hat. Das ist vergleichbar mit der Bitte eines Zwangsbetroffenen an seinen Partner, ihn zu unterstützen oder irgendetwas zu unterlassen. Der Partner kann dann dieser Bitte nachkommen, um dem Betroffenen zu helfen oder auch manchmal, um selbst eben „seine Ruhe zu haben.“ Wenn der Partner jedoch klare Grenzen setzt, wozu er bereit ist und wozu eben nicht, so wäre es für beide Seiten hilfreich, diese Grenzen zu respektieren. Obwohl gerade dies, wie wir ja im Workshop gesehen haben, nicht immer einfach ist.

Selbsthilfe ist grundsätzlich ein guter Berater. Eine Selbsthilfegruppe besuchen, sich mit Hilfe von Literatur schlau machen, eine eigene Zwangshierarchie aufstellen, Expositionen in Eigenregie oder im Rahmen einer ambulanten oder stationären Therapie) durchführen. 

Dienstag, 30. September 2014

Neue "diagnostische Heimat" ermöglicht Forschung

„Das ist keine Pathologisierung“, sagt Dr. Bernhard Osen, Chefarzt der Schön Klinik Bad Bramstedt. „Es ist ein großer Fortschritt: Wir können die Dinge jetzt klarer beim Namen nennen.“ Diese Antwort galt einem Artikel, der vor anderthalb Jahren erschienen war: Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hatte massive Kritik an dem gerade erschienen „DSM-5“ geübt, dem amerikanischen Diagnose- und Klassifizierungssystem für psychische Krankheiten. Darin tauchen viele Störungsbilder erstmals auf. „Normale werden mit Hilfe des DSM zu psychisch Kranken erklärt“, so der Tenor des Spiegel-Artikels. Zu den neu aufgenommenen Störungsbildern zählt auch Skin-picking, das im Jargon der American Psychiatric Association „Excoriation Disorder“ heißt. Auf der Tagung der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen (DGZ) am 26. und 27. September, wo auch Osen sprach, nahmen die Zwangsspektrumsstörungen einen großen Teil der Fachvorträge ein. Grund dafür ist, dass sie jetzt auch verstärkt im DSM-5 auftauchen.


Dr. Bernhard Osen, Chefarzt der Schön Klinik Bad Bramstedt - Bild: Klinik

Die Zwangsstörungen, früher in der Kategorie Angststörungen subsumiert, bilden heute eine eigene Kategorie namens
Oppressive-Compulsive and Related (zu deutsch: Zwangsstörungen und verwandte). Zu diesen „Verwandten“ gehört auch Dermatillomanie (Skin Picking), das erstmals erwähnt wird. Trichotillomanie wurde von den Impulskontrollstörungen in die Zwangsspektrumsstörungen umgruppiert und befindet sich nun in der gleichen Kategorie wie Skin Picking. Eine weitere sehr ähnliche Erkrankung, die Körperdysmorphe Störung, war früher unter somatoformen Störungen kategorisiert. Sie zählt nun - ebenso wie zwanghaftes Horten - zu den Zwangsspektrumsstörungen.

„Die DGZ sollte die Tür weit aufmachen für die Zwangsspektrumsstörungen“, fordert die DGZ-Vorsitzende Antonia Peters. Das war der Hamburgerin schon immer ein Anliegen, da sie seit ihrer Kindheit von Trichotillomanie betroffen ist. Schon vor 14 Jahren habe sie sich von der Klinik in Bad Bramstedt eine therapeutische Behandlung wegen Trichotillomanie gewünscht, erinnert sich Peters. Doch damals war das Krankenhaus auf Zwangserkrankungen spezialisiert. ¨Der damalige Chefarzt sagte zu mir 'Ich glaube, Sie sind hier nicht richtig'“, erinnert sich Ptteters. „Aber ich war aber hartnäckig - schon damals.“

Im Oktober oder November - anderthalb Jahre nach Veröffentlichung - soll die deutsche Übersetzung des DSM-5 erscheinen. Arbeitsgruppen sitzen schon an der Überarbeitung des Diagnosemanuals ICD 10 der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Vieles spreche dafür, dass sich die WHO an dem amerikanischen Modell orientiert, sagt Chefarzt Dr. Osen. Schon jetzt steige die Zahl der Studien und Publikationen über Zwangsspektrumsstörungen gewaltig. Denn sobald eine Krankheit eine „diagnostische Heimat“ gefunden hat, sprich, in eine Diagnosekategorie aufgenommen wurde, ist es sehr viel leichter, Forschungsgelder zu beantragen.

Permalink dieses Blogposts:

Gefährlich und oft mit Skin Picking verbunden: die Körperdysmorphe Störung

Eine Körperdysmorphe Störung bleibt häufig unerkannt, wird auch von ausgebildeten Psychologen oder Psychiatern nicht diagnostiziert. Das macht sie so gefährlich, berichtet Prof. Dr. Ulrike Buhlmann auf der Tagung der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen in Bad Bramstedt: Bei einer Umfrage, die die Professorin durchführte, äußerten 30 Prozent der Betroffenen suizidale Gedanken. Das allein sei noch nicht so bemerkenswert, erklärte die Professorin, die einen Lehrstuhl für klinische Psychologie an der Uni Münster innehat. "Viel beunruhigender ist, dass 22 bis 25 Prozent der Befragten von Selbstmordversuchen berichten." Die Befürchtung: Werden Betroffene nicht richtig diagnostiziert und behandelt, gelingt es ihnen irgendwann, ihr tödliches Vorhaben umzusetzen.

Was ist eine Körperdysmorphe Störung? Früher wurde sie als Dysmorphophobie bezeichnet: also die Angst, missgebildet zu sein. Eine Körperdysmorphe Störung hat jemand, der völlig normal aussieht, aber fest daran glaubt, dass eines oder mehrere seiner Körperteile entstellt sind. Häufig geht es um die Nase, die Ohren und Arme, aber prinzipiell kann jeder Körperteil als hässlich empfunden werden. Es handelt sich dabei um einen eingebildeten Makel, den die Betroffenen als völlig real erleben.
Aus Scham und Angst vor den Reaktionen Anderer hätten manche Patienten schon seit mehr als einem Jahr nicht mehr das Haus verlassen, berichtet Buhlmann. Um auch an diese Personen heranzukommen, sei die Befragung über das Internet gelaufen und beispielsweise in einschlägigen Foren angekündigt worden. Buhlmann: "Das Internet ist dafür das ideale Medium."

Besonders schwierig werde die Therapie, wenn Patienten zusätzlich ein "destruktives körperbezogenes Verhalten" wie Skin Picking an den Tag legen. Das sei häufig der Fall. So habe ein Patient, der unter einem eingebildeten Makel am Hals litt, "die Haut verletzt und sich am Hals eine massive Wunde gekratzt, die mehrmals chirurgisch behandelt werden musste."
Gut gegen Körperdysmorphe Störungen wirke Kognitive Verhaltenstherapie, vor allem die Spiegel-Exposition. Die Patientin/der Patient muss sich während der Exposition bei einer Therapiesitzung selbst im Spiegel betrachten. Doch statt sich auf den angeblichen Makel zu konzentrieren, soll er/sie die eigene Wahrnehmung neu trainieren: nicht auf das Detail zoomen, sondern lernen, sich im Ganzen betrachten.

Eignen sich Spiegel-Expositionen auch zur Behandlung von Skin Picking? So könnte man Betroffene auffordern, nicht nur ihre zerkratzte, wunde und gerötete Gesichtshaut zu betrachten, sondern auch die anderen, gesunden Stellen ihres Körper und ihrer Haut. So finden sie heraus, dass die bearbeiteten Stellen nicht ihren ganzen Körper ausmachen. „Expositionen werden im Einzelfall bereits gemacht“, sagt Dr. Susanne Fricke, Psychotherapeutin aus Hamburg. „Und das mit gutem Erfolg.“

Permalink dieses Blogposts:

Entspannen mit Kunsttherapie

Die Gedanken fließen lassen, die Hände einfach machen lassen - Ton ist ein Material, das dazu einlädt, sagt Dorothee Heins, Kunsttherapeutin in der Schön Klinik Bad Bramstedt. Sie gibt einen Kunsttherapie-Workshop im Rahmen der Tagung "Von Macken bis Zwängen und darüber hinaus" der "Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen". Die Teilnehmer sind Doktoren, Psychotherapeuten und Zwangskranke. Sie wollen erfahren, wie Kunsttherapie funktioniert. Und sich anfühlt. 

Dorothee Heins stellt einen kiloschweren, kalten und festen Block grauen Ton für jeden Teilnehmer auf den Tisch. "Jetzt legen Sie einfach mal los, befühlen den Ton, bearbeiten ihn, wie Sie wollen - ohne festes Ziel, ohne etwas Bestimmtes zu formen." Die Teilnehmer schauen sich verunsichert an. Wie - keine Aufgabe, kein festes Ziel, auf das man hinarbeitet? Unschlüssig gehen die Hände zum Tonblock, tasten erst zögerlich, greifen dann kräftiger zu, kneten und ziehen. Eine Viertelstunde lang. 
 
Draufloskneten ohne festes Ziel - eine ungewohnte Sache. - Bild: Ingrid Bäumer

"Das war erstaunlich, ich habe wirklich an überhaupt nichts mehr gedacht, erzählt Peter (Namen der Teilnehmer geändet) hinterher. Das Material erinnert sie an Haut, sagt Katharina. "Man kann es massieren, ausstreichen." 
Dann bespricht die Gruppe jedes Objekt - ganz sachlich, nicht wie bei Freud, wo alles gleich auf seinen Symbolgehalt hin analysiert werden würde. Und ganz ohne positive oder negative Wertung. Erstaunlich, wie viel dabei herauskommt. Und wie entspannt hinterher alle sind. 

Dies Tonobjekt mit "Kratzspuren" (Nagelspuren) formte eine Teilnehmerin. - Bild: Ingrid Bäumer

Permalink dieses Beitrags: